Wismarer Bewegtfilmbande zeigt Dokumentarfilm „Wem gehört das Dorf?”
von Til Rohgalf
Zusammen Filme erleben war für die Kino-Enthusiast*innen ein wichtiger Impuls, sich als „Bande“ mit gemeinsamem Interesse zu gründen. So biete der Kinobesuch Erfahrungen, die beim Streamen zu Hause schnell verloren gingen. Bandenmitgründer Benjamin Leers fasst zusammen: „Man bekommt die Reaktionen der Anderen im Raum mit, lacht gemeinsam an denselben Stellen oder fühlt sich gemeinsam von etwas bedrückt.“ Und danach kann man sich darüber austauschen, den Bogen zum eigenen Alltag schlagen oder noch weiter über die gerade gesehene Geschichte sprechen.” Außerdem verrät er, dass in Zukunft auch „echte Perlen” geplant seien, die gar nicht bei üblichen Streamingdiensten zu finden seien.
Ein weiterer Gründungsgrund sei die Tatsache, dass Wismar kein Programmkino besitzt. So müssten eigene Initiativen diese Lücke schließen. Der Erfolg des ersten Kinoabends vor einem Monat gibt ihnen Recht: Das interessierte Publikum von Jung bis Alt blieb noch lange nach der Vorführung zum Filmgespräch und zur Diskussion im gut besuchten Kulturwohnzimmer zusammen. Ein gelungener Einstieg für das neue Kino-Team!



Die monatlichen Kinoabende zu verstetigen und weiterhin den Nerv der Zuschauenden mit hochwertigen Filmen zu treffen, so steckt Benjamin Leers die wichtigsten Ziele ab. Einen Schwerpunkt möchte die Gruppe dabei auf politische und gesellschaftskritische Filme legen. Der erhobene Zeigefinger soll aber nicht im Vordergrund stehen: „Uns geht es neben einem guten Thema und spannenden Protagonisten auch um den Film als cineastisches Werk selbst.” Bei der Bewegtbildbande seien an Filmkultur und Independent-Kino Interessierte herzlich willkommen, werben die Veranstalter fürs Mitmachen bei der noch jungen Initiative.
Am heutigen Mittwoch zeigt die Bewegtbildbande den Film „Wem gehört das Dorf?” von Christoph Eder. Der aus Göhren auf Rügen stammende Regisseur schuf dabei eine Dokumentation über sein Heimatdorf, das zwischen der touristischen Kommerzialisierung und der Bewahrung der dörflichen Identität oszilliert. Damit einhergehende Schwierigkeiten für die Dorfbewohner*innen werden ebenso thematisiert wie kommunalpolitische Entscheidungsprozesse und Machtgefüge. Eder zeigt aber auch auf, welche ungeahnten Kräfte eine Bürgerinitiative gegen skrupellose Bauinvestoren und deren politische Einflussnahme entfalten kann.
Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr im Kulturwohnzimmer in Wismar (Bohrstraße 13).
